Aufbau von Autoschmierstoffen?

Grundsätzlicher Aufbau von Autoschmierstoffen



Basisöle

Mineralöl-Raffinate
VI (Viskositätsindex) 90 – 100
Pour Point bis -20°C
Hydrocracköle (HC-Öle)
VI 130 – 150
Pour Point unter -35°C
Synthetische Basisflüssigkeiten
Verknüpfung von Kohlenwasserstoffmolekülen in mehrstufigem Prozess
VI 130 – 150
PAO (Polyalphaolefine)
Ester
Pour Point unter -40°C

API Gruppeneinteilung der Grundöle
Kategorie Schwefel(%) Sättigungsgrad Viskositätsindex
Group I >0,03 <90 80 bis 120
Group II <0,03 >90 80 bis 120
Group III <0,03 >90 > 120
Group IV Polyalphaolefine PAO
Group V Alle anderen die nicht in den Gruppen I, II,III oder IV sind (Ester,etc.)

Produktaussagen

Raffinate, HC-Öle, synthetische Kohlenwasserstoffe und bestimmte Ester werden sowohl pur als auch in
unterschiedlichen Mischungen miteinander als Basisöl eingesetzt.

Begriffe wie Raffinat, HC-Öl, Syntheseöl sind nicht genormt.

In Verkaufsunterlagen finden sich oft folgende Wortschöpfungen:
Semisynthetisch
Synthesetechnologie
HC-Synthese

Kein echter Hinweis auf die wirkliche Zusammensetzung !

Wichtiger sind die Spezifikationen !!!

Additive

Detergents
Problem: Bei hohen Temperaturen entstehen Ablagerungen (Lack, Öl, Kohle) insbesondere im
Kolbenbereich und an anderen heißen Bauteilen.
Lösung: Detergents können Ablagerungen verhindern und Säuren neutralisieren.

Dispersants
Problem: Schlammbildung und –ablagerung durch feinste flüssige und feste Schmutzteilchen möglich.
Lösung: Dispersants sollen Schmutzteilchen umhüllen und in Schwebe halten. Sie verhindert das Zusammenballen.

Hochdruck- u. Verschleissschutz-Additive
EP (Extreme Pressure)-Additive verhindern metallische Berührung von Bauteilen bei hohen Drücken.

Korrosionsschutz-Additive
Problem: Sauerstoff, Wasser und aggressive Verbrennungsprodukte führen zu Korrosion.
Lösung: Additive bauen wasserabweisende Barrieren auf.

Reibwertveränderer (Friction Modifier)
Problem: Synchronisierte Schaltgetriebe, Automatikgetriebe und Nassbremsen benötigen einen bestimmtem Reibwert.
Lösung: Additive verleihen den Metallpaarungen das geforderten Reibverhalten.

Viskositätsindex-Verbesserer
Problem: Hohe Temperaturen und entsprechende Schmiersicherheit (kein Riss des Ölfilms).
Lösung: Additive zur Erhöhung des Viskositätsindex haben eine  eindickende Wirkung.

Pour Point-Verbesserer (Tieftemperaturverbesserer)
Problem: Mineralöle scheiden bei tiefen Temperaturen Paraffinkristalle aus. Das Öl stockt.
Lösung: Additive verhindern das Zusammenwachsen von Paraffinkristallen (umhüllen).



Alterungsschutz-Additive (Oxidationsinhibitoren)
Problem: Hohe Temperaturen und Sauerstoff  fördern Ölalterung (Dunkelfärbung, Eindickung).
Lösung: Additive verhindern bzw. verringern den Sauerstoffangriff.

Antischaummittel
Problem: Intensive Durchmischung von Öl und Luft ergibt eine Schaumbildung und Ölalterung,
sowie einen Viskositätsanstieg. Schaum ist komprimierbar, die Hydrostösselfunktion wird gestört.
Lösung: Additive verhindern Schaumbildung.


Sonderzusätze
Mercedes Benz-Betriebsstoffvorschriften, Blatt 219.0:
„Durch unkontrolliertes Zumischen von Sonderzusätzen besteht die Gefahr, dass das empfindliche
Gleichgewicht (Balance) aus Grundölen und Additiven durcheinander gebracht wird und die sorgfältig
austarierten Eigenschaften der Schmierstoffe zum Nachteil verändert werden.
Die Anwendung von Sonderzusätzen zu Schmierstoffen erfolgt in der alleinigen Verantwortung des Fahrzeughalters.
Im Schadenfall können Garantie- /Gewährleistungsansprüche dadurch eingeschränkt werden.“

ACHTUNG: Durch den Einsatz von "Wundermitteln" wie Öladditive verliert der Anwender die Gewährleistung des Fahrzeugherstellers,
aber auch des Ölproduzenten. Bei Motorschäden trägt der Anwender die Kosten selbst. Diese Produkte werden nicht von den Fahrzeugherstellern
freigegeben und konnten die Werbeaussagen bei Tests in unabhängigen Labors nicht bestätigen.